My heart needs protection…

Es ist nun 23:17 Uhr. Die Kinder schlafen friedlich, ich höre meine Schwiegermutter durchs Haus huschen, mein Mann ist irgendwo – in der Werkstatt oder im Büro. Ich bin müde und aufgeregt zugleich: es sind viele Monate vergangen seit ich hier zuletzt etwas geschrieben habe.

Und es ist sehr viel passiert.

In alle Richtungen.

Meine Ausbildung habe ich (überraschenderweise sehr gut) beendet. Überraschend? Ja, weil es eine sehr harte Zeit war. Auch wenn es schwangeren bzw. jungen Müttern ermöglicht wird die Ausbildung zur Hauswirtschafterin zu machen, so ist es doch kein Spaziergang. Als ich die Ausbildung begonnen habe war meine erste Tochter gut ein Jahr alt und ich war gerade wieder schwanger geworden. Unter der Ausbildungszeit entbunden, nach vier Wochen wieder in der Schule – Baby dabei. Sie war Gott sei Dank wirklich sehr ruhig, aber es gibt wahrlich bessere Situationen als während einer schriftlichen Prüfung mit der einen Hand ein Baby zu halten und zu stillen und gleichzeitig sich auf den Text zu konzentrieren und zu schreiben. 😉 Irgendwann war dann der Tag gekommen an dem ich beide Mädels zu Hause gelassen habe, was vor allem Abpumpen, Milchstau (=Schmerzen) und teils weinende Kinder bedeutet hat. Es war wirklich nicht schön, aber unterm Strich würde ich sagen hat dennoch die ganze Familie davon profitiert.

Der Tod meiner Oma und die Umstände haben mich zwischenzeitlich ziemlich aus der Bahn geworfen.

Kurz darauf ein sehr freudiger Anlass: die Hochzeit meiner Schwägerin! Aber auch dieses Fest war sehr anstrengend, da teilweise bei uns gefeiert wurde – so ein Hof will schon hergerichtet sein.

Der Sommer – früher hieß dass für mich vor allem: Ferien, lesen und schwimmen im kühlen See. Nun bin ich froh, wenn mein Mann mal vor 22:00 Uhr nach Hause kommt… von der viel gepriesen Arbeitsteilung im Haushalt und bei der Kindererziehung kann man da nur träumen.

Zudem hatte meine Schwiegermutter einen Bandscheibenvorfall, was für mich bedeutet nun noch mehr in die Geschehnisse des Hofes miteinbezogen zu sein. Und das ist schön! Wirklich! 🙂  Aber dazu ein andermal mehr…

Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja.. die Taufe, die Ausstellung und die Vorträge, einen 50. Geburtstag mit über 100 Gästen bei uns zu Hause, der Urlaub, die Pläne für unser Haus, die Bälle, die Modenschau in München, Grillabende mit Freunden und dazu noch das Taubertal Festival… diese Jahr ist wirklich prall gefüllt. Und einem Verein bin ich auch noch beigetreten – aber pssst! mehr wird noch nicht verraten. 😉

Auf jeden Fall soll hier demnächst wieder mehr los sein, denn es gibt einfach sooo viel zu erzählen!

dance

 

Also:    Pfiad eich! Bis boid.

 

 

 

 

hier noch ein kleines Lied vor dem Schlafengehen…

My heart needs protection and so do I

 

 

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Ball der Landwirtschaft

Vergangenes Wochenende fand in für unseren Bezirk wieder der „Ball der Landwirtschaft“ statt.

Es wurde wieder ein sehr schöner Abend. Der ganze Saal hat sich halb zerlegt vor Lachen mit der Showeinlage von Alpensperrmüll. Und die Band Tropical Rain hat alle Runde für Runde auf der Tanzfläche auf den Beinen gehalten.

Und einmal mehr war es ein Abend der nicht erfüllten Klischees.

Die Bäuerin von heute

Leider gibt es auch heute noch Frauen, die sich in einen Landwirt verlieben, auf den Hof ziehen, mitarbeiten und…? Danach kommt nichts mehr. Keine Festanstellung, es wird nichts in die Rentenkassen eingezahlt, noch nicht mal geheiratet und die Frau arbeitet halt irgendwie so mit.

Die Mehrheit der Frauen ist heutzutage allerdings gut bis sehr gut ausgebildet. Sie sind selbstbewusst, selbstständig und selbstbestimmt. Meist entscheidet die Frau nach dem pragmatischen Kriterium: wo verdiene ich mehr? ob sie bei ihrem Mann im Betrieb mit einsteigt oder in ihrem alten Beruf tätig bleibt.

Oder ob sie sich selbst am Hof ein zweites Standbein schafft. Und dabei ist es nicht als Nachteil, sondern als Bereicherung zu sehen, wenn sie nicht aus der Landwirtschaft stammt. Wunderbare kreative Perspektiven ergeben sich daraus. Warum denn nicht an den Hofladen der Schwiegermutter ein Floristikgeschäft angliedern? Oder als Heilerziehungspflegerin den Kuhstall behindertengerecht umbauen um so auch Menschen mit Handicap die Arbeit auf einem Bauernhof zu zeigen? Natürlich kann man auch das Hobby zu einem zweiten Standbein machen: ich backe gerne – vielleicht ein Hofcafé? Ich habe ein faible für Kürbisse – warum nicht Kürbisse anbauen, vermarkten, ein Kürbisfest veranstalten?

Die Bäuerin von heute versteht sich meist mehr als Managerin:oft muss ein mehrgenerationen Haushalt versorgt werden, Altenteiler werden gepflegt, der Garten wird schön gestaltet, die Kinder müssen betreut werden (ein Hof ist kein Kinderspielplatz!), in der Landwirtschaft wird mitgearbeitet oder bei eigenem Beruf zumindest mit geplant, vielleicht auch die Büroarbeit erledigt… und das alles sollte am besten harmonisch nebenbei laufen.

Und dabei will man ja auch noch gut aussehen. Einen gewissen Lebensstandard führen und am Besten mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren.

Auch das ist heute kein Problem. Wie man sieht gibt es auch auf dem Land Internet. 😉 Abends um 22:00 Uhr nochmal schnell Wimperntusche bei Douglas einkaufen, oder ein bisschen shoppen auf armedangels.de, das kommt auch berufstätigen Frauen auf dem Land entgegen.

Ich kenne kaum eine Bäuerin, die bereit ist auf ihren Urlaub zu verzichten. Zwar hängen Landwirte manchmal schon sehr sehr sehr an ihren Höfen und es ist schon manche Überzeugungskraft nötig – aber notfalls wird eben alleine bzw. mit Freundinnen der Sommerurlaub oder das Skifahren oder was auch immer genossen.

 

Ein bekanntes Buch zum Leben der Bäuerin, wie es früher mitunter war ist Herbstmilch -Lebenserinnerungen einer Bäuerin von Anna Wimschneider. Wie stark diese Frauen damals waren und was für ein entbehrliches Leben sie oftmals führen mussten kann man sich heute kaum noch vorstellen.

Ein weiteres interessantes Buch ist Frauen auf dem Land von Annegret Braun.

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In diesem Buch berichtet die Autorin vom Leben auf dem Land von früher bis heute. Es ist wirklich sehr interessant mal zu sehen wie kreativ, selbstbewusst und voller Tatendrang Frauen schon immer waren oder teilweise auch sein mussten – und was sie heute so aus ihrer Situation machen.

 

Viel Spaß beim Schmökern in der kalten Jahreszeit…

Bäuerin? Ich? Niemals.

Vor gefühlt sehr vielen Jahren hat mir mein Freund mitgeteilt, dass er es schön finden würde, wenn ich eines Tages Bäuerin werden und mit ihm gemeinsam den Hof führen würde. Ich stand damals kurz vor dem Abi, habe dicke Wälzer durchforstet um raus zu finden, was ich denn nun eigentlich studieren will und ich habe ihm aus tiefster Überzeugung und sehr entrüstet geantwortet:“ Nein, niemals. Dafür mach ich doch nicht mein Abitur!“

Heute ist er mein Mann. Und ich weiß nicht so recht, ob ich damit nun Bäuerin bin. Ab wann ist man denn Bäuerin? Sobald man einen Landwirt geheiratet hat? Oder erst sobald man anfängt sich nicht mehr zu schminken, den ganzen Tag mit einer Schürze und einem Tuch auf dem Kopf rumläuft, vorzugsweise nach irgendwelchen Tieren stinkt und von der Welt nichts mehr mitbekommt?

Ja, ich gebe es zu… so ungefähr sah mein Bild von einer Bäuerin aus. Obwohl ich es auch zu diesem Zeitpunkt schon dank meiner Schwiegermutter hätte besser wissen müssen.

Damals habe ich mich im Internet auf die Suche nach sowas wie Erfahrungsberichten gemacht. Was macht man am besten, wenn man sich in einen Landwirt verliebt hat? Nachträglich die Flucht ergreifen? Oder einfach alle Träume begraben, die man bisher so hatte?

Okay, nicht alle Frauen finden das wohl so schlimm wie ich. Es gibt auch Mädels, die erstmal wissen wollen, wie viel Land, wie viele Traktoren, wie viele Tiere, usw. der neue potentielle Kandidat hat und sich dann den vermeintlich besten raussuchen.

Aus diesem Grund kommt als nächstes nun erst einmal ein Beitrag zur Bäuerin von heute und danach wie es sein kann mit einem Landwirt zusammen zu sein.

Ein Loblied auf die Hauswirtschaft

Heute ist eigentlich keine Zeit – wie so oft – für einen Blogeintrag. Denn heute muss ich im Fach „Unternehmensgründung“ eine Schulaufgabe schreiben. Und eigentlich lernen…

Trotzdem möchte ich an dieser Stelle kurz die Hauswirtschaftsschulen an sich vorstellen und warum ich mich dazu entschlossen habe, trotz Studium in Psychologie und zwei kleinen Kindern, in Teilzeit eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin zu machen.

Zunächst lernt man in einer Hauswirtschaftsschule sehr viele lebenspraktische Dinge und bekommt auch noch das Rüstzeug um sich selbständig machen zu können. Nebenbei wird noch der Ausbilderschein absolviert und man bekommt vor allem Einblick in sämtliche Belange, die einen landwirtschaftlichen Betrieb betreffen. Mit anderen Worten: genau das was ich brauche.

Die Ausbildung dauert 1,5 Jahr in Teilzeit. Voraussetzung dafür ist, dass man schon eine abgeschlossene Berufsausbildung hat.

Unterrichtet werden unter anderem die Fächer: Kochen, Nähen, Haushalts- und Textilpflege, Ernährungslehre, Unternehmensgründung, landwirtschaftliche Unternehmensführung, Familie und Persönlichkeitsbildung, Haushaltsmanagement und Gartenbau.

Ich finde diese Schule klingt zwar furchtbar altbacken, aber trifft genau den Kern der Zeit. Genau die beiden Punkte nachhaltig und ökologisch leben werden hier bestens vermittelt.

Wie oft habe ich in den letzten Wochen und Monaten zum Thema einkaufen die Schlagworte bio, regional, saisonal gehört… aber woher weiß man denn, was saisonalerweise gerade da draußen wächst? Und warum ist „bio“ immer so teuer? Wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen dem Fleisch, dass ich im Supermarkt in Plastik eingeschweißt kaufe und dem Fleisch, dass ich in der Hofmetzgerei kaufe?

Alle diese Fragen und noch viel mehr werden hier kompetent und von Fachexperten beantwortet. Nicht von irgendwem, der mal irgendwas gehört hat oder selbst rumexperimentiert. Und auch das Haushaltstechnikseminar hätte ich ruhig schon ein paar Jahre eher brauchen können.

Was das Beste an der ganzen Schule ist? Die Mädels! Selten trifft man auf so unterschiedliche Frauen mit dem selben Ziel. Von der McDonalds-Mitarbeiterin, über die Metzgereifachverkäuferin bis hin zur Ingenieurin – von 21 bis 55 Jahren ist alles vertreten.

Hier der Link zu meiner Schule. Es gibt aber in ganz Deutschland Hauswirtschaftsschulen, die nach den selben Standards ausbilden.

Und nun muss ich zurück zu Diversifizierung… 😉