Die Bäuerin von heute

Leider gibt es auch heute noch Frauen, die sich in einen Landwirt verlieben, auf den Hof ziehen, mitarbeiten und…? Danach kommt nichts mehr. Keine Festanstellung, es wird nichts in die Rentenkassen eingezahlt, noch nicht mal geheiratet und die Frau arbeitet halt irgendwie so mit.

Die Mehrheit der Frauen ist heutzutage allerdings gut bis sehr gut ausgebildet. Sie sind selbstbewusst, selbstständig und selbstbestimmt. Meist entscheidet die Frau nach dem pragmatischen Kriterium: wo verdiene ich mehr? ob sie bei ihrem Mann im Betrieb mit einsteigt oder in ihrem alten Beruf tätig bleibt.

Oder ob sie sich selbst am Hof ein zweites Standbein schafft. Und dabei ist es nicht als Nachteil, sondern als Bereicherung zu sehen, wenn sie nicht aus der Landwirtschaft stammt. Wunderbare kreative Perspektiven ergeben sich daraus. Warum denn nicht an den Hofladen der Schwiegermutter ein Floristikgeschäft angliedern? Oder als Heilerziehungspflegerin den Kuhstall behindertengerecht umbauen um so auch Menschen mit Handicap die Arbeit auf einem Bauernhof zu zeigen? Natürlich kann man auch das Hobby zu einem zweiten Standbein machen: ich backe gerne – vielleicht ein Hofcafé? Ich habe ein faible für Kürbisse – warum nicht Kürbisse anbauen, vermarkten, ein Kürbisfest veranstalten?

Die Bäuerin von heute versteht sich meist mehr als Managerin:oft muss ein mehrgenerationen Haushalt versorgt werden, Altenteiler werden gepflegt, der Garten wird schön gestaltet, die Kinder müssen betreut werden (ein Hof ist kein Kinderspielplatz!), in der Landwirtschaft wird mitgearbeitet oder bei eigenem Beruf zumindest mit geplant, vielleicht auch die Büroarbeit erledigt… und das alles sollte am besten harmonisch nebenbei laufen.

Und dabei will man ja auch noch gut aussehen. Einen gewissen Lebensstandard führen und am Besten mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren.

Auch das ist heute kein Problem. Wie man sieht gibt es auch auf dem Land Internet. 😉 Abends um 22:00 Uhr nochmal schnell Wimperntusche bei Douglas einkaufen, oder ein bisschen shoppen auf armedangels.de, das kommt auch berufstätigen Frauen auf dem Land entgegen.

Ich kenne kaum eine Bäuerin, die bereit ist auf ihren Urlaub zu verzichten. Zwar hängen Landwirte manchmal schon sehr sehr sehr an ihren Höfen und es ist schon manche Überzeugungskraft nötig – aber notfalls wird eben alleine bzw. mit Freundinnen der Sommerurlaub oder das Skifahren oder was auch immer genossen.

 

Ein bekanntes Buch zum Leben der Bäuerin, wie es früher mitunter war ist Herbstmilch -Lebenserinnerungen einer Bäuerin von Anna Wimschneider. Wie stark diese Frauen damals waren und was für ein entbehrliches Leben sie oftmals führen mussten kann man sich heute kaum noch vorstellen.

Ein weiteres interessantes Buch ist Frauen auf dem Land von Annegret Braun.

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In diesem Buch berichtet die Autorin vom Leben auf dem Land von früher bis heute. Es ist wirklich sehr interessant mal zu sehen wie kreativ, selbstbewusst und voller Tatendrang Frauen schon immer waren oder teilweise auch sein mussten – und was sie heute so aus ihrer Situation machen.

 

Viel Spaß beim Schmökern in der kalten Jahreszeit…

Bäuerin? Ich? Niemals.

Vor gefühlt sehr vielen Jahren hat mir mein Freund mitgeteilt, dass er es schön finden würde, wenn ich eines Tages Bäuerin werden und mit ihm gemeinsam den Hof führen würde. Ich stand damals kurz vor dem Abi, habe dicke Wälzer durchforstet um raus zu finden, was ich denn nun eigentlich studieren will und ich habe ihm aus tiefster Überzeugung und sehr entrüstet geantwortet:“ Nein, niemals. Dafür mach ich doch nicht mein Abitur!“

Heute ist er mein Mann. Und ich weiß nicht so recht, ob ich damit nun Bäuerin bin. Ab wann ist man denn Bäuerin? Sobald man einen Landwirt geheiratet hat? Oder erst sobald man anfängt sich nicht mehr zu schminken, den ganzen Tag mit einer Schürze und einem Tuch auf dem Kopf rumläuft, vorzugsweise nach irgendwelchen Tieren stinkt und von der Welt nichts mehr mitbekommt?

Ja, ich gebe es zu… so ungefähr sah mein Bild von einer Bäuerin aus. Obwohl ich es auch zu diesem Zeitpunkt schon dank meiner Schwiegermutter hätte besser wissen müssen.

Damals habe ich mich im Internet auf die Suche nach sowas wie Erfahrungsberichten gemacht. Was macht man am besten, wenn man sich in einen Landwirt verliebt hat? Nachträglich die Flucht ergreifen? Oder einfach alle Träume begraben, die man bisher so hatte?

Okay, nicht alle Frauen finden das wohl so schlimm wie ich. Es gibt auch Mädels, die erstmal wissen wollen, wie viel Land, wie viele Traktoren, wie viele Tiere, usw. der neue potentielle Kandidat hat und sich dann den vermeintlich besten raussuchen.

Aus diesem Grund kommt als nächstes nun erst einmal ein Beitrag zur Bäuerin von heute und danach wie es sein kann mit einem Landwirt zusammen zu sein.